Das Immunsystem – unser Netz aus Wächtern

Ohne es wären wir kaum lebensfähig: Das menschliche Immunsystem ist ein hochkomplexer, intelligenter Krankheitsschutz, bestehend aus einem biologischen, körpereigenen Abwehrarsenal, das Gewebeschädigungen durch Krankheitserreger verhindert. Seine Waffen gegen eingedrungene Mikroorganismen und fremde Substanzen sind außerdem in der Lage, fehlerhaft gewordene, körpereigene Zellen zu zerstören. Das Immunsystem ist ein unentbehrliches, komplexes Netzwerk, bei welchem verschiedene Organe, Zelltypen und Moleküle eine Rolle spielen.

Informant Blut

Wie es um den eigenen Schutz bestellt ist, darüber gibt das Blut spannende und detaillierte Auskünfte. Nicht umsonst haben sich Redewendungen, wie „er oder sie hat es im Blut“, „Ruhig Blut bewahren!“, „Das gibt böses Blut“ schon zu Zeiten etabliert, als es noch keine DNA-Analyse gab. Und schon damals wurde bereits von Blutsverwandtschaft gesprochen. Blutsverwandtschaft bedeutet von den gleichen Vorfahren genetisch abzustammen. Heute kann dies durch Gentests belegt werden, wie etwa den Vaterschaftstest. Schon damals spielte also das Blut eine wichtige Rolle: als Träger und Transporteur von Substanzen und Informationen. Das Blut besteht grob unterteilt aus festen, also zellulären Bestandteilen wie den roten und weißen Blutkörperchen und dem flüssigen Anteil, dem Plasma, das zu über 90% aus Wasser besteht. Im Blut, in Organen und in Geweben ist das menschliche Immunsystem aktiv. Es kann in großen Zügen in das angeborene und dem erworbenen Immunsystem unterteilt werden.

Angeborenes - unspezifisches Immunsystem

Die wichtigsten Zellen für das unspezifische Immunsystem sind die drei verschiedenen Typen an Granulozyten, die ungefähr 60% der weißen Blutkörperchen ausmachen. Jeden Tag werden im Knochenmark in etwa 100 Milliarden Granulozyten gebildet und ins Blut abgegeben. Unter anderem enthalten sie Enzyme, die auf Bakterien und Pilze toxisch wirken. Zudem vernichten sie mit ihren Enzymen Fremdstoffe im Blut. Es gibt Arten von Granulozyten, die sechs bis acht Stunden im Blut aktiv sind.

Monozyten

Monozyten sind weiße Blutkörperchen, die sowohl im angeborenen - als auch im erworbenen Immunsystem aktiv sind. Monozyten machen ungefähr 4-13 % der weißen Blutkörperchen aus und sind die größten Zellen des Immunsystems. Sie werden im Knochenmark als Monoblasten gebildet. Als Monozyten verlassen sie dann das Knochenmark und kommen ins Blut. Gespeichert werden sie in der Milz. Sie verweilen 1-3 Tage im Blut und wandern dann in das Gewebe, wo sie zu Makrophagen (Fresszellen) werden und einige Wochen bis Monate dort aktiv sind. Sie beteiligen sich als Fresszellen an der Immunabwehr.

Erworbenes - spezifisches Immunsystem

Fresszellen (Monozyten), die sich im Gewebe aufhalten und deren Aufgabe es ist eingedrungene Erreger oder Fremdstoffe zu beseitigen, aktivieren das spezifische Immunsystem, sobald sie es nicht allein schaffen die Erreger zu bekämpfen. Die Fremdkörper werden in einzelne Peptide zerlegt und als Antigen präsentiert. So können diese von den T-Helferzellen erkannt werden. Die T-Helferzellen schütten die entsprechenden Signalstoffe aus, welche die Antikörperproduktion ankurbeln.

Lymphozyten

Lymphozyten sind die kleinsten weißen Blutkörperchen. Sie machen im Blut ungefähr 4% der weißen Blutkörperchen aus. Der größte Teil der Lymphozyten sind im Knochenmark sowie in den Organen in welchen sie gebildet werden gespeichert, wie etwa im Thymus, der Milz, den Mandeln oder den Lymphknoten. Die Lymphozyten gehören zum erworbenen Immunsystem. Es wird zwischen B-Lymphozyten und T-Lymphozyten unterschieden. Die T-Lymphozyten werden auch Killerzellen genannt, da sie ganze Zellen und Parasiten zerstören und beseitigen können. Die B-Lymphozyten produzieren Antikörper, welche die Eigenschaft besitzen spezifische Antigene zu erkennen. Einmal erkannt, docken sie dort an und machen die Zellen unschädlich. Es gibt Lymphozyten, die nur sieben Tage aktiv sind, aber auch langlebige, die über ein Jahr im Einsatz sind. Diese langlebigen Lymphozyten sind die Gedächtniszellen. Bei erneutem Kontakt mit demselben Antigen ist der Körper imstande innerhalb weniger Stunden mit einer geeigneten Immunantwort zu reagieren. Somit kann eine Infektion verhindert oder zumindest deren Verlauf abgeschwächt werden. Deshalb ist es wichtig und sinnvoll, dass Kinder mit möglichst vielen Erregern in Kontakt kommen, um ein abwechslungsreiches Arsenal an Antikörpern zu bilden, die den Körper ein Leben lang schützen.

Tipps um das Immunsystem zu stärken:

Neben viel Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Schlaf und einer ausgewogenen Ernährung kann man die eigene Streitmacht gegen Krankheiten unterstützen, u.a. mit:
  • Nüssen und Pilzen:

    In Nüssen und Steinpilzen ist Vitamin E enthalten, das ein natürliches Antioxidans ist und die körpereigenen Abwehrkräfte unterstützt. Allgemein kann gesagt werden, dass Pilze immer das Immunsystem stärken. Sie enthalten sogenannte Beta-Glukane, die der Körper als Pilzinfektion identifiziert und sofort das Immunsystem aktiviert. Deshalb haben Pilze, ob frisch, getrocknet oder als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, immer einen positiven, stärkenden Einfluss auf das Immunsystem.

  • Brokkoli und Karotten:

    Vitamin A ist für das Immunsystem wichtig. Damit können besonders Brokkoli und Karotten dienen. Die Vitamine A, D, E und K sind fettlöslich, sollte also mit etwas Fett verzehrt werden.

  • Paprika:

    In Paprika befindet sich eine Menge Vitamin C, welches das Immunsystem unterstützt.

  • Bewegung:

    Auch Bewegung stärkt die Abwehrkräfte, am besten jeden Tag zwischen 30 bis 60 Minuten. Studien zeigen, dass regelmäßige sportliche Betätigung die Produktion körpereigener "Killerzellen" steigert. Der Körper kann sich damit effektiver gegen Krankheitserreger wehren. Wichtig ist auch, einen Sport zu wählen, der Spaß macht, damit er regelmäßig durchgeführt wird. Am effektivsten sind Ausdauersportarten wie Radfahren, Laufen oder Schwimmen.

  • Orangenschalen:

    Unbehandelte Orangenschalen enthalten wertvolle, verdauungsfördernde Ballaststoffe, die bei Blähungen oder Sodbrennen wirksam sind.

  • Entspannung:

    Stresshormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol belasten den Körper und schwächen so das Immunsystem.

  • Eiweiß:

    Eiweiß – enthalten in hellem Fleisch und Hülsenfrüchten - ist wichtig für ein kräftiges Immunsystem.

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