Altweibersommer: Königliche Herbstzeit

Der Altweibersommer ist eine Zwischen-Zeit, der früher viel Beachtung geschenkt wurde. Eine gute Pflanze, die einen Hinweis darauf gibt, wann sich diese königliche Herbstzeit zeigt, ist die Fette Henne: Sie verfärbt sich rötlich, wenn der Sommer sich dem Ende neigt. Man nennt diese Phase auch die „fünfte Jahreszeit.“ Die Natur schmückt sich nun in all ihrer Pracht, zeigt noch einmal üppig was sie zu bieten vermag: angenehm warme Tage, leuchtend bunte Laubbäume und ein strahlend blauer Himmel. Die Wein- und Apfelernte wird eingefahren und beim Wandern spürt man die Magie der Natur mit allen Sinnen.
  • Glücksbringer Spinnweben

    Seinen Namen hat der Altweibersommer von den durchziehenden, hauchdünnen Fäden in der Luft, die oft wie silbergraue Haare unvermutet über das Gesicht streifen. Die Spinnfäden werden auch Marienfäden, Marienseide oder Marienhaar genannt und sollen, einer christlichen Legende nach, Silberfäden aus dem Mantel Marias sein. Bleibt eins dieser zarten Gespinste an einem hängen, so gilt es als Glücksbringer. Die Fäden der Spinnen sind aus einer hochkomplizierten Proteinstruktur, bekannt unter dem Namen „Seide“. Die Bezeichnung „Altweibersommer“ stammt aus einer Zeit, als das „Weib“ noch nicht abfällig gemeint war. Im Altdeutschen bezeichnete man das Knüpfen von Spinnfäden als „weiben“. Die alten Weiber verfügen über eine eigene Macht. Schließlich haben die meisten weisen Alten viel erlebt, gelernt, erfahren und können Spannendes erzählen…

  • So zeigt sich der Altweibersommer

    Die Bezeichnung „Altweiber“ geht auf eben jene Spinnfäden zurück, die einem zu dieser Jahreszeit gerne mal ins Gesicht fliegen. Sie stammen von den obligatorischen Spätsommergästen an Fenstern, Hecken und Ecken: Die Baldachinspinnen, deren Flugfaden durch die Lüfte schwebt. Ihr hellglänzender Faden erinnert an das silbrige Haar alter Frauen. Auch im osteuropäischen Raum heißt dieser Spätsommer „Weibersommer“.

    Frauen und Spinnfäden hängen aber auch noch auf eine andere Weise zusammen: Weiben ist unser heutiges Weben, also das Verspinnen von Fäden zu Garn. Und damit gelangen wir auch schon noch tiefer in die Vergangenheit: In die nordische Mythologie.

Brauchtum und Mystisches im Altweibersommer

  • Die Frauendreißiger enden Mitte September

    Dies ist eine besondere Zeitspanne von 30 Tagen ab der Kräuterweihe am 15.8., die nach altem Glauben sehr günstig zum Sammeln von Heilpflanzen war, da diese in jener Zeit besonders heilkräftig seien. Danach war das Sammeln von Heilpflanzen tabu.

  • Die Schwendtage

    Schwendtage sind in den alten Überlieferungen „ungünstige“ oder „verworfene“ Tage, an denen man besser nichts beginnt und viele Dinge auch nicht tut. Die Bekanntesten sind wohl die 12 Rauhnächte. Im September haben wir gleich 8 davon: vom 21.-28.9. solle man nichts Neues beginnnen, sondern das Vorhandene ordnen. Beste Zeit also für Haus- und Hofputz – ebenso fürs Ausrümpeln und Loslassen von Ballast und unnützem Kram.

  • Die Herbsttagundnachtgleiche

    (meist um den 21./22.9. herum) markiert einen besonderen Feiertag: An diesem Tag sind Tag und Nacht gleich lang – und gleichzeitig beginnt nun die dunkle Jahreszeit, da ab jetzt die Nächte länger als die Tage sind. Es ist also ein Schwellenfest, gleichzeitig auch der letzte Erntedank. Zeit für schöne Altäre mit allem Bunten, was uns die Natur (noch) schenkt!

Nur für Paljari-Partner

Die App für Paljari-Partner

Hinweis zu Cookies
Wir verwenden Cookies, um die Funktionsfähigkeit der Website zu garantieren und die Zugriffe zu analysieren. Mit der weiteren Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutz.

Hinweis schließen